Vom Ende der Komfortzone zur Würze des Lebens

February 15, 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Tagen wie diesen träumt es sich gut von den herrlichen Frühlings – und Sommertagen mit angenehmen Temperaturen, Sonne,

draußen sein und sich rundum wohlfühlen…

 

Unsere Waldschaukelcamps fallen in genau diese Zeit, und wir sind bis jetzt wettermäßig absolut verwöhnt worden.

Es gibt aber von Zeit zu Zeit auch Tage, an denen man eher ans Zuhause bleiben denkt, als ans Rausgehen.

Regen, Kälte - sehr schnell finden wir uns da außerhalb unseres Wohlfühlbereichs wieder.

 

Erst letztes Jahr erlebten wir einen Tag, an dem die Teilnehmer  schon am Morgen bei strömendem Regen bei uns ankamen.

Von den vorhergehenden Tagen mit Sonne und Wärme verwöhnt,

war es eine neue Situation für die Gruppe.

Jetzt war es kühl, der Boden war schlammig, der Regen wollte nicht aufhören- was sollte dieser Tag Schönes bringen?

 

Wir wussten aus Erfahrung, dass in dieser Situation die einmalige Chance lag, die Gruppe etwas Besonderes erleben zu lassen.

 

Der Impuls der Kinder war, sich im Tipi einzukuscheln.

Dicht an dicht gedrängt stellte sich mit einem kleinen Feuer gleich ein heimeliges Gefühl ein. Das Feuer wärmte Körper und Gemüt.

Die Trommeln und Rasseln waren bald bei der Hand und wir spielten und sangen zum Prasseln des Regens auf der Tipihaut.

 

Unterbrochen wurden die Lieder nur von Geschichten und von dem Essen, das rund ums Feuer hockend verspeist wurde. Nebenbei wurde von ein paar Kindern an Traumfängern gearbeitet und so vergingen die ersten Stunden des Tages wie im Flug.

 

Nach dem Mittagessen gingen wir vom Waldschaukelteam nach draußen und es dauerte nicht lange da kamen auch die Kinder nach und obwohl es immer noch regnete, machten wir uns auf in den Wald und es wurde ein lustiger Ausflug – der Regen spielte keine Rolle mehr.

 

Am Ende des Camps waren sich alle einig:„ Dieser Tag ist irgendwie besonders schön gewesen!"

Der Wohlfühlbereich - die Komfortzone aller Teilnehmer hatte sich erweitert. Regen wird das nächste Mal kein Grund mehr sein, zu Hause zu bleiben.

 

Und die „Belohnung„ war die Erkenntnis, dass man aus einer scheinbar schwierigen Situation ein außergewöhnlich schönes Erlebnis machen kann. Eines, das das Leben bereichert!

 

 

Wenn ich mit dem Fahrrad im Winter unterwegs bin, bewege ich mich immer wieder an der Grenze meiner Komfortzone.

 

Manchmal auch schon eindeutig darüber.

 

Vor ein paar Jahren wäre es für mich noch unvorstellbar gewesen, mich fünf mal in der Woche, um fünf Uhr früh, bei Minusgraden, bei Regen, bei Sturm oder starkem Nebel, bei völliger Dunkelheit aufs Rad zu schwingen und in die Stadt zu fahren.

 

Aber dann entstanden Notwendigkeiten, meine Erfahrung wuchs und das Radfahren wurde eine große Bereicherung für mein Leben.

Ich habe ich mich immer wieder über die nächste Grenze bewegt, und heute kann ich eine Fahrt bei 0 Grad (fast ☺) genauso genießen wie bei 25 Grad. 

 

Und wenn ich im Sommer den Exelberg runterfahre, über Wien gerade die Sonne aufgeht und einfach alles passt – dann ist das Glücksgefühl pur!

 

Wir brauchen Herausforderungen, um sie bewältigen zu können,

damit wir uns glücklich fühlen.

 

In unserem ersten Blogeintrag steht als Überschrift ein Satz aus einem bekannten Gedicht von Hermann Hesse:

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“

 

...der uns beschützt und der uns hilft, zu leben...", so heißt es in diesem Gedicht weiter.

 

Dieser Anfang, dieses erste Überschreiten einer Komfortzone, dieses Betreten von unbekanntem Gebiet hilft uns zu leben- weil es unserem Leben eine wunderbare Würze gibt!

 

Und ich meine hier nicht unbedingt den Sprung von einer Brücke mit einem Gummiseil an den Füßen...:-)

 

Es gibt so viele "sinnvolle " Herausforderungen:

Ein neues Musikinstrument lernen, den ungeliebten Job wechseln oder mit dem Rauchen aufzuhören…

 

Der Zauber dieser Anfänge wirkt immer, die Sache mit dem wachsenden Wohlfühlbereich funktioniert auch immer und immer wieder…und die Belohnung ist in jedem Fall garantiert!

 

Vor ein paar Wochen hatten meine Kinder Sina und Sami den Wunsch

Einradfahren zu lernen. Ich selber habe vor zehn Jahren ein Einrad geschenkt bekommen, aber nie die Entschlossenheit gehabt, es zu lernen.

 

Jetzt war die Chance da gemeinsam mit den Kindern etwas Neues zu lernen, und wir fanden doch tatsächlich einen Einradkurs bei uns in der Nähe.

 

Seitdem bin ich unzählige Male unfreiwillig von diesem Gerät abgestiegen…es ist, als müsste ich das Radfahren von Grund auf neu lernen…

 

Aber es wird besser...

 

...und ich freue mich auf den Tag des Hochgefühls, an dem ich auf dieser halben Portion von Drahtesel mit den Kids durch den Wald fahren werde ...

 

-...wiedermal angekommen in meiner Komfortzone

 

 

 

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